Ich war Anfang August auf der Turracher Höhe unterwegs. Mit einer kleine Drei-Seen-Wanderung und habe zwischendurch auch das ein oder andere Plätzchen mit Eierschwammerl ausfindig gemacht.

Hier möchte ich euch ein paar Tipps und Tricks zum Pilzesammeln mitgeben, von meinen Erfahrungen berichten und ich erzähl euch was vom

GEHEIMEN-SUPER-PUTZTRICK der Gastronomie.

PILZE SAMMELN

Ihr könnt die Schwammerl natürlich auch im Supermarkt kaufen. Jedoch das Sammeln im Wald macht unheimlich viel Spaß. Man ist in der Natur an der frischen Luft, macht Bewegung und die Zeit vergeht wie im Flug. Mal davon abgesehen, dass selbst gefundene Schwammerl einfach doppelt so gut schmecken!!

AUSRÜSTUNG
Als perfekte Ausrüstung zum Pilze sammeln, würde ich euch folgendes empfehlen:
  • GUTES SCHUHWERK
    da man ja doch mitten im Wald unterwegs ist, man leicht auf den nassen Wurzeln ausrutschen kann und viele meiner Schwammerlplätze eher steil sind und mit einem Wanderschuh zum Beispiel kippt man nicht so leicht um.
  • KORB oder STOFFBEUTEL
    zum Sammeln und Aufbewahren der Schätze. Papiersackerl eignet sich nicht so gut, weil es, nach öfterem Abstellen am feuchten Waldboden, durchreissen könnte. Plastik ist auch keine so gute Idee, weil sich darin Kondenswasser bildet, Schwammerl bekommen keine Luft und fangen schneller zum Faulen an.
    ACHTUNG: In Österreich darf man rechtlich max. 2kg pro Kopf sammeln, sollte man überhaupt soviel finden.
  • TASCHENMESSER
    um die Schwammerl bodennahe abschneiden zu können, damit man nicht das unterirdische Pilzgeflecht zerstört und dort wieder Schwammerl wachsen können. So hab ich es zumindest von Opa und Papa gelernt und ich finde es sinnvoller sie nicht brutal mit der Hand aus der Erde zu reissen und man sie dann erst recht säubern muss weil alles unten dranhängt.
    Trotzdem kann man auch schon vor Ort die Schwammerl grob säubern und von Erde, Moos und Nadeln befreien. So trägt man sich nicht den ganzen Dreck mit heim und hat weniger Arbeit zu Hause!

Wann & wo sammeln?

Pilzsaison ist zwischen Juni und Oktober, je nach Witterung. Ich gehe am liebsten im August Schwammerl suchen und dann gleich zeitig in der Früh (bis Vormittag), sonst sind die besten Schwammerl schon von anderen Suchern abgeerntet.

Der Schwammerlsucher-Kodex: Verrate niemals dein Plätzchen!
Aber soviel kann ich euch trotzdem schon einmal sagen: Schwammerl sprießen gern dort wo es warm und feucht ist. Nach einem sommerlichen Platzregen und ein paar Sonnenstunden am nächsten Morgen gleich mal auf den Weg machen.
Ansonsten immer der Nase nach! Wirklich! Wenn es wo nach Schwammerl riecht, dann sind dort auch immer welche.

Schnelleres Putzen mit Mehl!

Ja richtig gehört – Schwammerl mit Mehl putzen!

Pilze putzen gehört definitiv zum mühsamen Teil. Je kleiner die Schwammerl sind, desto mehr ist zu tun. Dafür sind die kleinen aber auch die knackigsten und schmecken am besten.
Den Mehl-Tipp aus der Gastronomie habe ich anfangs auch nicht glauben können und mir schon garnicht vorstellen können wie das funktionieren soll und hab es gleich mal Ausprobieren müssen.
Es funktioniert wirklich, geht schneller, gründlich und sauber. Ich hab mich ja immer schon gewundert warum es bei Pilzgerichten im Restaurant nie knirscht und ich bei meiner Pilzsoße trotz laaaaangem putzen hin und wieder auf Sand beiße.

Nun zur Praxis. So putze ich meine Eierschwammerl

  1. Zuerst die Pilze mal grob mit den Fingern (oder einem Pinsel) säubern und das Ende des Strunkes abschneiden.
  2. In einem Sieb grob mit Wasser durchschütteln.
    !!! Schwammerl bitte nie länger im Wasserbad liegen lassen. Sie saufen sich voll, werden labbrig und verlieren an Aroma !!!
  3. Endlich DAS MEHL! Schwammerl in eine verschließbare Schüssel (Tupperware) geben und mit 2-3 EL Mehl bestäuben und dann zuerst mal ohne Wasser schütteln, sodass sich das Mehl mit den Schwammerl verbindet. Dann die Mehl-Schwammerl in der Schüssel mit Wasser bedecken und diese dann auch wieder durchschütteln. Danach alles nur mehr absieben und ein letztes Mal mit dem Wasserstrahl abspülen. Fertig! Das Mehl legt sich in die Lamellen, bindet den letzten Sand und Schmutz und setzt sich im Wasser ab. Alles schön sauber und strahlend gelb 🙂

Geniale Idee! Versucht es selbst. Ich werde es nie wieder anders machen. du bekommst sie wirklich nicht schneller und so gründlich sauber!!