Anzuchterde ist Nährstoffarm

Anzuchterde oder auch Aussaaterde hat weniger Nährstoffe als andere Erde. Grund dafür ist, dass zu viel Dünger und deren Salze zu scharf für die noch feinen Wurzeln der Setzlinge sind.
Dadurch, dass weniger Närhstoffe in der Erde sind, begiebt sich der kleine Keimling mehr auf die Suche nach noch weiteren Nährstoffen und bildet somit schneller ein größeres Wurzelgeflecht, was wiederum wichtig für die Weiterentwicklung des Pflänzchens an sich ist.

Anzuchterde und Trauermücken

Anzuchterde und Trauermücken gehen oft Hand in Hand.
Trauermücken legen ihre Larven am liebsten in feuchter Erde ab und bei der Saatgut-Anzucht herrscht genau das feuchte Klima welches sie lieben.
Oft auch holt man sich die Larven leider auch schon mit der gekauften Erde mit nach Hause.
Wer nur die Munkerl kennt: deren Larven dazu schauen aus wie kleine Mini-Glasnudeln und fressen am liebsten die feinen neuen Wurzeln der Setzlinge ab bis sie komplett abgestorben sind oder nur mehr sehr geschwächt dahinwachsen.

Anzuchterde im Ofen backen

Um bei gekaufter Erde auf Nummer sicher zu gehen keine Larven und andere Pilzsporen oder Schädlinge in der Erde zu haben kann man diese vor Gebrauch selbst sterilisieren und keimfrei machen.

Das geht recht schnell und einfach im Backrohr.
Die Erde am Blech mindestens 20 Minuten lang bei 200 Grad (Ober-/Unterhitze) backen.
Abkühlen lassen und schon ist sie einsatzbereit.


Was leider nicht heisst, dass die Erde nicht erneut von den Trauermücken belagert werden kann. Aber zumindest die Wahrscheinlichkeit sie schon in der gekauften Erde miteingeschleppt zu haben, fällt mal weg.
Ein weiterer Tipp ist die Setzlinge später eher von unten zu gießen und darauf zu achten, dass die Erdoberfläche weitgehendst trocken bleibt.
Ein Restrisiko bleibt immer – und auch bei mir ist es NIE TRAUERMÜCKENFREI – aber zumindest hält es sich so die Grenze, dass es nicht überhand nimmt.

Wichtig zu erwähnen ist auch, dass durch das Sterilisieren zwar auch Nährstoffe verloren gehen – das aber bei Anzuchterde anfangs nicht weiter so tragisch ist, weil wie gesagt, von Grund auf weniger drin ist. Zugedüngt wird dann ab den ersten zwei echten eigenen Blättern.
Beim Sterilisieren von Blumen- und anderer Erde ist bitte Vorsicht geboten.

Ab wann Anzuchterde & Setzlinge düngen?

Wie schon erwähnt, hat Anzuchterde weniger Nährstoffe damit sich die Pflanze gefälligst auf die Suche nach mehr macht und das Wurzelwerk sich so schneller ausbreitet und entwickelt.
Dann kommen die ersten zwei klassischen Keimblätter, welche bei vielen Pflanzen gleich ausssehen, bevor dann deren wirklich ersten charakteristischen Blätter kommen. Ab dann wird angefangen zu düngen. Ganz, ganz leicht.
Ich verwende anfangs Teeauszüge aus getrockneten Brennnesselblättern und je größer die Pflanzen werden, dann immer mehr und mehr. Vorallem beim ersten Pikieren und Umsetzen der Setzlinge kommt Komposterde mit ins Spiel.